Little Submissions von Jerry Jones (Vague)

_oriontrapezium_

Ich möchte einen englischsprachigen Autor empfehlen. Jerry Jones (Vague) schreibt erotische Kurzgeschichten mit einvernehmlichem Sadomasochismus als Thema.

Little Submissions, Jerry Jones (Vague).
Kurzgeschichten mit weiblicher Dominanz und männlicher Unterwerfung.

Du wirst von ehrlichem und offenherzigem Masochismus und Sadismus lesen. Intimer Verschwörung. Hingabe. Liebe. Auch dann, wenn wir nur einen Augenblick ihres Zusammenseins erhaschen, erleben wir die dominante Frau und den devoten Mann in den Geschichten als ganze, dreidimensionale Menschen. Manchmal ist da nur eine einfache Geste, die das Herz berührt. Manchmal spielen die Figuren ein kompliziertes Spiel miteinander. Natürlich handelt es sich um abgekartetes Spiel. Es ist Sadomasochismus. Freiwillige Ungerechtigkeit.

Es wird gefaucht und geweint und geschrien. Es wird gelacht. Es wird gemeinsam geschwiegen. Nicht alles verläuft nach Plan. Es sind Menschen, nicht SM-Roboter.

Einem Kink-Bingo-Spieler nicht unähnlich, verwendet der Autor eine Fülle kreativer Ideen mit freudiger Neugier. Es gibt ein großes Archiv zu entdecken.

Die Codes für die Geschichten sind: F/m, einvernehmlich
Sie sind so vieles mehr.

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This text in English

Aus dem Nirgendwo

Da passierte es wieder.

Vor ihren Augen zeichnete sich der Umriss seiner Kehle ab. Sie hob die Hand und berührte seinen Adamsapfel mit zwei Fingern.

Seine Hände bewegten sich im Reflex. Er hielt inne und presste die Hände neben seinem Körper herunter. Ganz leicht hob er sein Kinn.

Ein Nachmittag in der Sonne, faulenzend nebeneinander auf der Bettdecke liegend, zog sich in einem Moment zusammen. Weißes Begehren schoss von ihrer Klitoris zum Solarplexus. Alles um sie herum verblasste zu Nichts, ihr Bewusstsein in ihren Kreis gegossen.

Sie rappelte sich auf und setzte sich auf ihn, seine Hüften zwischen ihren Schenkeln, und zog sein Hemd hoch. Sie legte ein Ohr auf sein Herz, ließ seine Haare ihr Gesicht streicheln, während sie lauschte, wie es schneller schlug. Als sie ihren Kopf wieder hob, schaute sie in seine offenen Augen. Beim Einatmen ließ sie ihre Nasenflügel blähen.

Zur Antwort schob er die Hände hinter dem Rücken zusammen, so dass sie unter seinem Körper gefangen lagen. Den Kopf zur Seite gedreht und das Kinn hebend, bot er ihr seine Kehle dar.

Es zog sie herunter und überflutete sie mit Zärtlichkeit und Zerstörungstrieb. Mit geschlossenen Schneidezähnen berührte sie seinen Adamsapfel, berührte wieder mit einem angedeuteten Biss, und schnappte dann über ihm die Zähne zusammen. Das Geräusch ließ ihn zusammenfahren. Sie spürte das schnelle Zucken seines Körpers zwischen ihren Beinen.

Sie nahm sein Gesicht zwischen die Hände. Wieder sahen sie einander an. Ihre Augen öffneten sich, zeigten den Abgrund, zeigten alles ihm, Beute und Komplize zugleich.

Mit gefletschten Zähnen fauchte sie. Ein trockenes, krächzendes Geräusch.

Sie wussten: alles konnte geschehen.

Copyright (C) Ranai Pahav 2010

Out of nowhere in English

Leere Hand?